Krankheiten an Gurken

Mehltau an Gurkenblatt
Fruchtgemüse wie die Gurke werden nach wie vor auch in den kleinsten Hausgärten angebaut. Aber besonders Salatgurken sind ein anspruchsvolles Gemüse. Unter ungünstigen Einflüssen leiden Gurkenpflanzen besonders schnell, so berichten die Experten der Bayerischen Gartenakademie.

Gute Wachstumsbedingungen Gurkenpflanzen benötigen gleichmäßig warme Temperaturen über 16 °C und eine ausreichende Wasserversorgung. Die großen Blätter der Salatgurken verdunsten an warmen Tagen sehr viel Wasser. Deshalb ist eine Luftfeuchte von 80 % für die Pflanzen günstig. Aufgrund ihres hohen Wärmebedarfs sind sie in Gewächshäusern und unter Folienüberdachungen gut aufgehoben. Die Folge von zu niedrigen Temperaturen kann unter anderem das Absterben junger Früchte sein.

Welke aufgrund ungünstiger Faktoren Pflanzen welken, wenn sie nicht mehr ausreichend Wasser über die Wurzel aufnehmen können. Die Ursachen dafür sind bei Gurken vielfältig. Gurkenwurzeln reagieren empfindlich auf zu niedrige Bodentemperaturen, die durch kaltes Gießwasser, z.B. Brunnenwasser, hervorgerufen werden können. Zu große Hitze, direkt unter dem Glas des Gewächshauses, wiederum führt zu Blattverbrennungen. Weitere Ursachen für Welkeerscheinungen und Wachstumsdepressionen können Staunässe, verdichteter, überdüngter und zu saurer Boden sein. Auf diese Weise geschwächte Pflanzen sind dann anfälliger für Pilzerkrankungen.

Pilzerkrankungen, die Welke hervorrufen Spontanes Absterben einzelner Triebe oder der ganzen Pflanze wird meist von Pilzen ausgelöst. Die Pythium-Welke erkennen Sie an schlaff herabhängenden Blättern und an dunkelgrünen, eingesunkenen Stellen am Wurzelhals. Dieser Pilz wird durch übermäßige Bodenfeuchte sowie niedrige Temperaturen begünstigt.
Die Fusarium-Welke tritt schleichend in Erscheinung. Sie ist die Folge eines Pilzes, der die Leitungsbahnen immer mehr verstopft. Die Pflanzen welken erst an den Triebspitzen. Von Tag zu Tag werden die welken Blätter immer zahlreicher. Diese Gurkenpflanzen sind nicht mehr zu retten. In diesem Fall pflanzen Sie im nächsten Jahr am besten auf Kürbis veredelte Gurken. Die Kürbiswurzeln sind wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten, die im Boden überdauern als die Gurkenwurzeln.
Plötzliches Welken kann auch durch die Sklerotinia-Welke verursacht werden. Bei näherem Hinsehen entdecken Sie Faulstellen an den Stengeln und ein watteartiges Myzel. Dieser Pilz befällt auch andere Pflanzen des Gemüsegartens. Entsorgen Sie deshalb die befallenen Pflanzenteile nicht auf dem Kompost, da die Sporen über mehrere Jahre überdauern. Achten Sie grundsätzlich auf einen vierjährigen Fruchtwechsel. Bereitet der Anbau im Boden häufig Probleme, ist für Liebhaber eine Pflanzung in große Kübel eine hilfreiche Alternative.


Blatterkrankungen Nicht selten werden Gurkenpflanzen an warmen Sommertagen im Gewächshaus wie im Freiland mit dem Echten Mehltau infiziert. Zuerst ist der weiße Belag gut zu erkennen. Im späteren Stadium trocknen die Blätter ein und sterben ab. Bevorzugen Sie widerstandsfähige Sorten. Bei einer rechtzeitigen Bekämpfung mit zugelassenen Fungiziden können sich die Gurkenpflanzen von dem Befall wieder erholen.
Ein weißlicher Pilzbelag unter den Blättern sowie mosaikartige Aufhellungen blattoberseits sind die Symptome des Falschen Mehltaus. Kühle Nächte mit Taubildung und anhaltende Blattfeuchte begünstigen den Pilzbefall. Achten Sie darauf, die Blätter beim Gießen nicht zu befeuchten.

Veredelte Gurken sind nur gegenüber bodenbürtigen Pilzen widerstandsfähig. Die Veredelung schützt nicht vor Blattpilzen. Noch ein Tipp: Belassen Sie bei veredelten Salatgurken nur eine Frucht an jedem oder jedem zweiten Blatt. Ein zu starker Fruchtbehang führt zum Absterben der Jungfrüchte.


Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

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